Gebe zu, es ist ein Konstrukt von mir. Seit einem Treffen mit freundlichen, philantropischen Menschen dachte ich darüber nach, dass manchmal ein harmloses Wort wie z. B. ein
*so*
tödlich sein kann.
Je nach Betonung, Gestus und Situation kommt es richtig giftig daher.
„So“ (mein liebes Fräulein) als Ankündigung einer Rüge.
„Soooo“ (das hätte ich dir gleich sagen können) Betonung auf einem langem o. Ist hier die Standardphrase einer selbstgerechten Person als Auftakt zur Verurteilung einer misslungenen Idee.
Ich erkläre dann heute eben den Tag des „Soseins“.
… zum Schlafen kriege. Gedanken sind mächtig. Sie kommen und gehen, wie es ihnen passt.
Die Abfolge ist immer gleich, erst denkste was, dann fühlste passend und zuletzt tuste auch… was auch immer.
Blöd, wenn es manchmal in der Nacht passiert und man sowieso wach liegt.
Das mit dem Handeln fällt dann zumeist aus.
Deshalb habe ich überlegt, ich betrachte meine Gedanken als Kopfgeburten, mit anderen Worten als Kinder und die müssen schlafen. Also stelle ich mir einen riesigen Schlafsaal mit Bettchen vor. Darin entzückende Babys mit ganz unterschiedlichen Motiven, die Mutter also mich, wachzuhalten.
„Ruhe jetzt, liebe Kinder, Zeit zum Schlafen, morgen ist auch noch ein Tag.“flüstere ich dann leise.
„Glaube ich nicht“ , tönt es aus der hinteren Reihe. „da bin ich vielleicht schon tot, vom Lastenrad überfahren, vor einen Zug gefallen, von IS-Anhängern in die Luft gesprengt.“
„Schlaf jetzt“ , sage ich sanft, „ich passe ganz sicher auf.“
„Und wenn mich morgen keiner mehr liebt? Weil ich frech war? Oder vorlaut?“ fragt ein anderes in der ersten Reihe.
„Ich werde immer da sein und dich lieben“ antworte ich, die Mutter aller Gedanken.
„Und wenn wir morgen kein Geld mehr haben? Weil du deinen Job wegen Einsparungen verlierst? Ich sage nur jede fünfte Stelle.“
„Es gibt immer was zu tun!“ meine ich gelassen
„Aber, aber… Mama!!!“ schreit es aus den Betten.
Ich höre nicht mehr zu.
„Gute Nacht, John-Boy. See you Scarlett, schlafe süß Sissi…hasta mañana Piroschka, Seewolf und Arpad, der meist auf Pferden sitzt.
Nach dem 20. Gutenachtkuss bin ich eingeschlummert…
… es fällt echt schwer, in diesen Tagen etwas zu finden, was so richtig, richtig Spaß macht und Freude bereitet und Kraft gibt.
Mein Highlight der Woche ist grün, schwarz umrundet, mit drei Wellen auf der Fläche.
Nein, nicht das Logo einer neuen Partei. Obwohl…
Was mich gerade glücklich macht heißt Spotify. Ich hatte glatt vergessen, wie stark man sich mit The Pogues, Tote Hosen, Nirvana, Queen und all den anderen fühlen kann. Die guten Botschaften leben.
Come as you are & Don’t stop me now.
Mein Weg zur Arbeit ist ein Musical geworden. Die Nachrichten schocken mich weniger.
… alt wird das Kind, das keins mehr sein will. Muss er ja auch nicht.
Dennoch frage ich mich manchmal, wo das Baby geblieben ist.
Einmal stellte ich die Frage hörbar in den Raum.
„Ich hab‘ s aufgegessen!“ kam als Antwort aus der Tiefe des dunklen Zimmers, in dem der Computer auch an sonnigen Tagen läuft.
So reihe ich mich denn wohl ein, in den Gesang der Mütter, der da lautet: Die Kinder werden so schnell groß. Und wo sie gestern noch süß und knuddelig waren, bleiben sie jetzt lange draußen, kommen später heim und lassen die Eltern nicht einschlafen.
… ich bat die KI um ein Gedicht über zu enge Schuhe…
Und das kam dabei heraus:
Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Schwestern gehen spazieren, doch ihre Schuh sind zu eng, oh Graus!
Sie drücken und quetschen, ein Fuß tut weh, Sie wünscht sich, sie hätte heute andere Schuhe angezogen, ach je!
Doch keine Sorge, es gibt eine Lösung, Um das Problem mit den Schuhen zu beheben, gibt es eine Option. Man kann sie weiten, damit sie passen,
Und die Damen 1965 weiterhin fröhlich durch die Straßen flanzen.
Es gibt viele Methoden, um Schuhe zu weiten, Man kann sie mit Zeitungspapier füllen oder mit Socken und Föhn bearbeiten.
Also, liebe Damen, wenn ihr Schuhe kauft, Achtet darauf, dass sie passen und nicht zu eng sind, sonst wird es euch verhauft. Denn nichts ist schlimmer, als Schuhe, die drücken und quetschen,
Und den Sonntagsspaziergang in eine Tortur verwandeln und euch das Vergnügen verletzen.
…November und ich werde melancholisch. Alte Fotos, Erinnerungen, Geschichten.
Heute erwischt es Tante Elli, Onkel Otto, Binka und Jocki.
Elli war die älteste Schwester meiner Oma Hertha, die wiederum die Mama meiner Mama war. Elli konnte leider keine Kinder bekommen. Aus dem Grund gab es immer Tiere in ihrem Haushalt. Allen voran natürlich Binka, ein schwarzer Pudel mit Hüftschaden. Er/sie war sehr kommunikativ und schnappte gern nach Kindern. Meinem Cousin Jens hätte es damals fast seinen kleinen Finger gekostet.
Sagte er jedenfalls.
Und meine Schwester ist sich sicher, dass sie ebenfalls attackiert wurde.
Harmloser dagegen war Jocki – hier in grün. Der durfte immer frei durch die Wohnung fliegen. Das wurde ihm leider eines Tages zum Verhängnis. Tante Elli bereitete Sauerkraut zu und ließ den Deckel während des Kochen offen…
Nun, warum der Vogel den Weg des Sturzfluges wählte? Keine Ahnung. Heute würde man vielleicht suizidale Ambitionen vermuten.
Otto und Elli waren jedenfalls feierfreudige, lebendige Menschen mit sehr viel Humor und großem Herzen. Gerngesehene Gäste – wenn gleich mit Binka im Schlepptau.
… trägt man dieses Jahr im Herbst mit sich herum und holt dabei alles aus sich heraus. Die Auswahl an Viren, Bakterien & Co ist so groß wie das Angebot der, nicht veganen, Haribo- Colorados.
Von jedem Etwas.
Ich habe gerade alles davon und das ist nicht nett. Die Weltrettung muss daher vorerst verschoben werden.
Und für den Fall, dass ich wieder als selbstherrlich verunglimpft werden sollte. „Ja, genau dich meine ich, M.“ Es gibt meiner Meinung für jede und jeden und jedes eine ganz eigene Schönheit. Man braucht zwar manchmal ein bisschen länger um das herauszufinden, ist schwierig bei dem ganzen Überangebot an vermeintlich erstrebenswerter Beauty, aber es lohnt sich.
Biste wieder gesund steigt man nach oben und fühlt sich wieder.
Neu!
P. S. Interessant ist übriges die griechische Mythologie als Quelle zur Geburt.
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los. Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gib ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süße in den schweren Wein. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke
Herbst heißt Ernten annehmen und gleichzeitig Abschied nehmen. Von den süßen Komfortzonen und heißen, trägen Sommertagen. Es geht hin zur Ruhe und Zentrierung auf die Saaten fürs kommende Jahr. Sie wollen gepflegt und mit Liebe behandelt durch den Winter getragen werden. Vier Monate reichen meist, um Farben und Formen für den nächsten Auftritt im März vorzubereiten.
Dann geht es weiter mit Mut und Leichtigkeit und Frieden im Innen…