„HEIDI? …

… wer???“, anwortete zu Lebzeiten ein sehr, sehr bekannter Modemensch mit Sonnenbrille und Stehkragen als gefragt wurde was er von Heidi K. halte.

Lieber Karl,

nun gibt es eine Neue in meinem bislang privaten Heidi-Duo – also nunmehr Trio. Höre zu!

Heidi I. ist die mit dem Öhi in der Schweiz, Heidi II. ist die mit Seal, Tom Kaulitz und Hans & Franz in der Bluse.

Aber HEIDI III., die ist der Knaller, sie ist die Hoffnung. Es gibt sie doch noch, die klugen, jungen Frauen in der Politik, die toll aussehen, phantastisch  mitreißende Worte aneinanderfügen und dann hinaus in die Welt schmettern. Was eine Wohltat, was ein Gegengewicht zu den alten Männern, die nur sich selbst gern reden hören. Die schlußendlich mit Pandoras Büchse das TOR ZUR HÖLLE öffneten, diese Leere mit ihren eigenen „Wahrheiten“ füllten und die, als Rettung getarnt, an die Bevölkerung verfütterten.

Und dann steht da die HEIDI III mit ihrer frechen Klappe und den roten Lippen – ist bestimmt von Chanel, Karl, ganz sicher – am Rednerpult.

Sie hält dagegen, sie spricht dafür und sie ist Trost in ungerechten Zeiten.

Dankeschön.

Möchtest du Kanzlerin werden oder eventuell Bundespräsidentin?

Vielleicht erreichst du mit den zutiefst menschlichen Ideen einen dieser salzsäuregetränkten politischen „Lappen“ in ihren Privatfliegern und/oder in Limousinen mit Chauffeuren auf Chausseen?

Heidi, Heidi… Auferstanden aus Ruinen!

Lieber Karl, ich bin mir sicher, du würdest sie verehren. So jung und voller Energie und Eleganz. Die Schuhfrage freilich, die wäre zu überdenken.

Gewidmet am dritten Tag nach der Wahl 2025 der neuen Stimme der Linken:

Heidi Reichinnek

https://youtu.be/omuYdl7NKfo?si=Ix6xM36CDc2m1neh

Mit diesen Ohrwürmern…

… kriegste mich ja.

Seit einigen Tagen haben deshalb meine elektrische Zahnbürste und ich ein nahezu feindseliges Miteinander.

Jeder Morgen ist eine Herausforderung. „Denk nicht dran… Nein, nein… ich höre nichts…“ sage ich zu mir, die unschuldig und verpennt in den Badezimmerspiegel schaut.

Und, wider besseren Wissens, drücke ich auf die unscheinbare Wölbung unter weichem Plastik des lila Korpus meiner Zahnbürste.

Das Gerät startet sein Werk es brummt hörbar auf  Stufe Eins , wird lauter auf  Level Zwei und Drei.

Und während ich den Mund bereitwillig öffne, orchestriert sich das Intermezzo  zu einer Melodie in meinem Kopf und ich kann mich nicht wehren…

„Tri tra trullala“, vibriert es böse zwischen meinen Ohren, „der Kasper, der ist wieder da.“

Immer und immer. Es hört nicht auf.

Warum nur?

Wieso?

Vielleicht ein Schutzmanöver meines mitunter kindlichen  Geistes als Reaktion der aberwitzigen Weltlage?

Ich meine, genaugenommen kann ich wenigstens eines Tages diesen quälenden Kasper abstellen. Dann putze ich halt manuell. Die echten Kasper allerdings in den USA, Russland, Europa…und direkt vor unserer Tür am 23.02.2025, die bedauerlicherweise leider nicht.

Tri tra…

Sie brennen die Welt nieder mit ihren dicken Egos in dicken Autos und alle schauen zu.

Wo sind bloß die Großmutter, der Polizist?

Und Grete?

Oma ist vermutlich tot im Friedwald, der Polizist hat leider zuviel Geld von falschen Leuten angenommen und ist mit dem Krokodil in den Untergrund gegangen. Und Grete? Influencerin bei Heidi Klum.

Tri tra…

Ab morgen wird die Bambusbürste aus Holz genommen…denn…

„Ein bisschen Spaß muss sein… dann ist die Welt voll Sonnenschein.“

… trullala…

Quelle: swr

Ach Kurt, …

… watt hasse recht…

Das Ideal

Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad – alles lenkste
natürlich selber – das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche – erstes Essen –
alte Weine aus schönem Pokal –
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

Ja, das möchste!

Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten –
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer.
Tröste dich.

Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Daß einer alles hat:
das ist selten.

Kurt Tucholsky, 1927

Quelle: mumag.de

X-Mas…

… bald isses vorbei. Früher hieß das ja Weihnachten, es war mehr Lametta und Unboxing, also peinlich denglish, für das Auspacken der übersichtlichen Mengen liebevoller Geschenke in weiter Ferne. Ein bisschen von dem, ein bisschen davon hat gereicht. Es war einfach schön…

Jetzt? Es ist zu viel und laut. Seit August werde ich von Lebkuchen und Spekulatius verfolgt. Bis Mitte November war ich jedenfalls  2024 stark, dann, peng, ging alles Schlag auf Schlag: Plätzchen backen mit den Damen, dabei Eierlikör süppeln, Kuvertüre bunkern, eine Woche später waren die Kekse gegessen, die Kuvertüre auch. Neukauf, noch mal backen. Weihnachtsfeier 1, 2 und 3 erledigt. Glühwein ist schon immer doof gewesen, wusste ich vorher, Feuerzangenbowle auch. Stollenkonfekt bäh, Dubai Schokolade – sach ma geht s noch?

Last Christmas vs. Feed the World. Der kleine Lord, Drei Haselnüsse etc. Der Zauber ist dahin, der letzte trash wird zum Kult. Ausser Sissi natürlich.

Was soll man auch anderes machen ausser Futtern? Mit vollem Bewusstsein habe ich mich über die bunten Teller meiner Schwestern hergemacht, den Stollen und Gewürzkuchen mit Rumrosinen und Schoko- Glasur verklappt. Mein Körper gleicht nunmehr, sofern ich die Hose schließen konnte, einem Muffin. Das muss sich ändern. Morgen oder so.

Obwohl, Halt, Stop, Stehenbleiben, sonst muss ich mit Spritzgebäck schießen. Da versucht doch  gerade eine Marzipankartoffel zu flüchten. Mit letzter Kraft und einem Anflug von Diabetes Typ 2 stemme ich mich vom Sofa hoch. Langsam pirsche ich möglichst geräuschlos Richtung Gabentisch.

Und Zack, Mund auf, Kartoffel rein. Runter damit. Magensäure feiert Silvester und böllert blubbernd.

Ab morgen wird gefastet.

… Magic is all around me

…. Augentropfen w, wrejteej i und OU u uiii i ist ein Konstrukt von mir und 8 und viiiiiel…

Das war die Botschaft zum Jahresende aus meiner Hosentasche vom Smartphone. Was will es mir sagen?

Klingt niederländisch irgendwie. Also ab nach Holland? Augentropfen? Ab jetzt, genau hinschauen.

Die 8 Unendlichkeit.

Und viiiiiel von allem: Liebe, Gesundheit, Frieden innen und außerhalb.

Passt doch, ist eine runde Sache!

Und Danke. Für Alles!

Liebe Dame aus Vietnam!

Sei wie das Veilchen im Moose…

… sittsam bescheiden und rein.

Und nicht wie die stolze Rose,

die immer bewundert will sein.

Stimmt‘ s?

Also, wenn Veilchen im Moose wachsen wollen, müssen sie wohl oder übel mehr Nahrung bekommen, also:

arte oder Aldi?

Kästner oder Kekse?

Ich denke wohl, es ginge beides.

Allerdings finde ich es kaum erträglich, wenn intellektuelle – selbsternannte – Sinnstifter ihrer Wichtigkeit mit namedropping, Titeln, Studienanekdoten und Zitaten Ausdruck verleihen müssen. Ihre Lebenserfahrungen wie edle Accessoires als etwas ganz und gar Aussergewöhnliches immerzu bei jeder Gelegenheit feilbieten. Beispielsweise auf Weihnachtsfeiern in der Medienbranche.

Also  „Verhaltensrosen“?

Genau so doof ist aber die gespielte Bescheidenheit der Veilchen, die an sich total scharf auf Rosen sind und mit sanftem Blick emporschauen. Die sind oooch nich‘ echt, wa. Ach, verdammt. Ich mache mich zunehmend gern über diese Fakepflänzchen lustig. Ihr nehmt euch allesamt zu wichtig, kocht lediglich mit Wasser und müsst mindestens einmal am Tag den Darm entleeren.

Es gibt soviel zu erledigen. Hört endlich auf, eure Zeit zu verplempern. Kandiert Rosen und Veilchen. Streut sie auf Aldi-Kuchen und lest Kästner beim Tee.

Schönen 2. Advent!

„Tanzen?…

… Kommt ihr mit? “ fragte M. vorgestern via WhatsApp.

Da gibt es jetzt Partys named Ü40-Ü60 in einer ehemaligen Tanzschule. Aber Foxtrott oder Rumba müssen draußen bleiben. Hier können sich die Leute treffen, die sonst kein Verlangen nach hippen Clubs oder Raves oder ähnlichem haben.

Die tanzen dann zu „ihrer“ Mucke, denken sich zurück und bleiben unter sich. Da kommt nichts Neues dazu.

Ich bewege mich gern, mag Trance, Schweiß und Rhythmus. Aber nur unter Ü60ern?

Mal im Ernst, man wird offensichtlich mit diesem Angebot aufgefordert sich in der eigenen *bubble* aufzuhalten. Man wiederholt, ähnlich wie die Babyboomer-Wellen im Radio, die gleiche Musik, teilt die gleichen Ansichten, ähnliche Erinnerungen. Reicht mir aber nicht. Bin zwar auch bald 60. Fühle mich nach wie vor jünger und will ganz und gar nicht einsehen, warum ich mich ins Separe begeben soll.

Tanz und Musik sind Botschaften fürs Leben, Inspirationen, lockende Aufforderungen. Vielleicht ein Versprechen? NOUVELLE, sinnlicher Spirit…

Ja, bestimmt – weiß ich zufällig.

Und, mal ehrlich, wie soll das denn bei Gloria Gaynor in Endlosschleife was werden?

Wir werden sehen!

Laublust…

… Laublaufen…

Linkisch labberige Lust.

Längsseitig lärmen lamentierende Laubbläser,

liederlich lästige Lingams

labernder Lenden.

Lächerliche Laute.

Längst lästig!

Los, lauf links.

Lüsternder Luftmolch!

Lieber Leben; liebe laue Lüfte!

Lindgrüne, leidenschaftliche Lust.

Lockender Leviathan.

Novemberdunkel…

… denn es fehlt, das Licht!

Auch am Tag.

Entsetzlich!

Depressionen!

Da sagst du: „Nachts ist es doch immer kälter als draußen.“

Und lachst mir ins Gesicht.

Wird es heller?

Sonnenlichtgleich?

Abwarten, noch braucht es Zeit.

Nun wird’s wieder…

Zeit…

Packen und Abreisen aus meiner Art Kartause. Gedengelt mit Einatmen und Ausatmen.

Die nach unten schauenden Hunde, die nach dem Brett, auf Brücken und Pflug, die Katzen sowie die Kühe jagen. Frösche waren auch darunter.

Ihr merkt schon, ich bin noch im Yoga-Modus.

Vielleicht kann ich den morgentlichen flow aufs Festland retten? So wie im Übrigen die zwei Flaschen *griechischen Weins* die ich gerade beim Chef geordert habe. Aber dann ist der Koffer voll. Wie üblich viel zuviel von vorn herein eingepackt. Eventuell passt doch noch eine Lage Oliven rein ? Ich gehe in den Laden. Zum Baden ist am 1.11. nun  zu kalt – obwohl… komm einmal noch.

Gestern noch in Matala an den Höhlen geschwommen. Ich komme wieder.